Lachen und Weinen

Wie ich auf die Idee kam, Abschiedsreden zu schreiben und zu halten

Caroline Hanke ist mein Name. Ich wurde vor 44 Jahren in Dortmund geboren und lebe mit meinem Mann und unseren zwei Kindern in Leipzig.  
Ich bin Trauerrednerin. Der Tod und das Abschiednehmen haben mich in meinem Leben schon oft begleitet.
Als ich 26 Jahre alt war starb mein Vater. Vor vier Jahren folgte ihm meine Mutter. Die Rede, die auf ihrer Beerdigung gehalten wurde, hat mich tief beeindruckt. Der Redner hat sie so lebendig beschrieben, dass es sich anfühlte, als hätte er sie wirklich gekannt. Das war berührend und tröstlich zugleich.
Und dann passierte etwas Unerwartetes: Trotz meiner Traurigkeit musste ich plötzlich laut lachen. Der Raum schien auf einmal heller, leichter – als hätten alle einmal tief durchgeatmet. Dieser Moment hat mich nicht mehr losgelassen.
Ich wollte, dass auch andere dieses Gefühl erleben können. Also klopfte ich an die Tür eines Leipziger Bestattungsunternehmens – und legte los. Ich betreute meine erste Familie, hielt meine erste Abschiedsrede und wusste sofort: Das ist genau das Richtige für mich.
Seitdem habe ich viele Reden geschrieben und gehalten. Ich durfte  besondere Menschen und Lebensgeschichten kennenlernen – und meine Neugier ist bis heute ungebrochen.
Hauptberuflich bin ich Schauspielerin – eine Leidenschaft, für die ich im Film- und Theaterbereich erfolgreich brenne. Doch die Arbeit als Trauerrednerin ist für mich ein wertvolles Gegengewicht, das ich nicht mehr missen möchte. Sie fordert und erfüllt mich auf eine ganz andere Weise.
Ich liebe es, in die Geschichten anderer Menschen einzutauchen. Es macht mich glücklich, zuzuhören, Trost zu spenden und manchmal sogar neue Perspektiven zu eröffnen.
Und am Ende hilft mir der Umgang mit dem Tod auch dabei, das Leben bewusster zu genießen – und für die wirklich wichtigen Dinge dankbar zu sein